Mehr Lagen Stahl – für die beste Zylinderkopfdichtung
HINWEIS
In Kombination mit der Qualität der Zylinderkopfdichtung entscheiden die Oberflächengüte von Zylinderkopf und Motorblock sowie die Zylinderkopfschrauben und die Montage über das Abdichtungsergebnis. Bauteilunebenheiten und -verzüge, gebrauchte Schrauben oder beim Einbau verwendete Fette und Öle oder Flüssigdichtmassen verschlechtern die Dichtwirkung der besten MLS-Zylinderkopfdichtungen. Beachten Sie unbedingt die Einbauhinweise des Herstellers.


Typische 3-lagige MLS-Zylinderkopfdichtung mit Deckblech, Aktivlage mit Wellen-Stopper und Bodenblech. Sicken sowie vollflächige Elastomerbeschichtungen verbessern das Abdichtpotenzial dieser modernen Dichtungssysteme. Makroabdichtung durch Sicken und Mikroabdichtung durch Elastomerbeschichtungen.


VICTOR REINZ Lösungen für undichte, beschädigte oder defekte Beschichtungen

Typische Undichtigkeiten der Zylinderkopf-Motorblock-Einheit sind Gas-, Öl- oder Kühlmittelundichtigkeiten. Diese Medienleckagen treten von Brennraum zu Brennraum, in den Öl- oder Kühlkreislauf oder nach außen auf. Gasleckagen können innerhalb kürzester Zeit zu kapitalen Motorschäden führen – austretendes Öl massive Umweltschäden auslösen.

Einpressungen von Schmutz oder Fremdpartikeln sowie raue Oberflächen verursachen ebenfalls Schäden an Zylinderkopfdichtungen. Bauteilunebenheiten führen zu Gasübertritten zwischen den Brennräumen und in der Konsequenz zum Funktionsausfall der Dichtung.

Eine sorgfältige Reinigung der Oberflächen vor dem Einbau der Zylinderkopfdichtung ist deshalb absolut erforderlich.



Typische Medienleckagen bei MLS-Zylinderkopfdichtungen.

HINWEIS
In der Fachsprache wird eine Undichtigkeit zwischen Zylinderkopf, Zylinderkopfdichtung und Motorblock auch als Leckage bezeichnet. Dabei strömen oder fließen Medien (Gas, Öl, Kühlmittel) unkontrolliert zwischen Zylinderkopf-, Motorblock- und Zylinderkopfdichtung aus.

Sickenbrüche und beschädigte Elastomere

Schadensanalyse an MLS-Zylinderkopfdichtungen
Schäden an Mehr-Lagen-Stahl-Zylinderkopfdichtungen betreffen hauptsächlich zwei Elemente: Sicken und Elastomere.

Sickenbrüche durch zu hohe Bauteildynamik
Mögliche Ursachen für eine zu hohe Bauteildynamik sind fehlerhafte, gebrauchte oder nicht geölte Zylinderkopfschrauben, falsche Schraubenanzüge durch zu hohe Reibwerte bei der Montage sowie Beschädigungen
an Zylinderkopf oder Motorblock. Bauteilverzüge können aber auch die Folge einer Motorüberhitzung sein. Ein Betrieb des Motors im Klingelbetrieb führt Aufgrund der erhöhten Temperaturen und Drücken ebenfalls zu einer erhöhten Bauteildynamik und in der Folge zu Sickenbrüchen.

Ablösen der Elastomerbeschichtung durch Überhitzung
Klassische Ursachen für Überhitzungen sind Defekte an Wasserpumpe, Kühler, Thermostat oder Wasserschläuchen, aber auch zu wenig Kühlmittel oder eine mangelhafte Entlüftung des Kühlkreislaufs führen zu thermischen Problemen. Beim Ausfall des Katalysators kann der hohe Abgasgegendruck ebenfalls die Temperaturen in die Höhe treiben.


EXPERTENTIPP
Lässt sich die Elastomerbeschichtung nach dem Ausbau der defekten Zylinderkopfdichtung leicht mit einem Fingernagel von der Metalloberfläche ablösen, dann ist die Überhitzung des Motors die wahrscheinlichste Schadenursache.


Gebrochener Steg verursacht durch hohe Bauteildynamik



Durch Überhitzung beschädigte Elastomerbeschichtung
 

Zerstörte Elastomerbeschichtung durch Frostschutzmittel
Die Elastomerbeschichtung kann sich durch den Kontakt mit nicht freigegebenen Frostschutzmitteln von der Metalloberfläche lösen. Die gelösten Partikel dieser Elastomerbeschichtung können dann die Kühlkanäle verstopfen und so den Kühlkreislauf unterbrechen. Das Resultat ist eine Motorüberhitzung. Weitere typische Schäden an MLS-Zylinderkopfdichtungen sind zerstörte Brennraumabdichtungen durch falsche Buchsenüberstände oder fehlerhafte Bundauflagen der Laufbuchsen sowie mechanisch stark beschädigte Ricardolappenbereiche durch gelöste Wirbelkammern.


EXPERTENTIPPP
Zylinderkopfschrauben, die mit der Drehwinkel-Anzugmethode angezogen wurden, sind bleibend verformt und nach dem Ausbau deutlich länger als beim Einbau. Bei der erneuten Verwendung können sie reißen. Verwenden Sie beim Austausch der Zylinderkopfdichtung deshalb immer neue Zylinderkopfschrauben.



Verbrannte Elastomerbeschichtung durch Gasübertritt. Ursachen für das Überblasen können zu hohe Verbrennungsdrücke, raue Dichtflächen, Bauteilverzüge sowie eine nicht ausreichende Verpressung der Zylinderkopfdichtung sein.



Beschädigte Dichtung im Ricardolappenbereich durch gelöste Wirbelkammer. Distanzblech an zwei Stellen gebrochen und heraus gedrückt.


Praxisinformation

MLS-Zylinderkopfdichtungen und Schadensanalyse